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Abgerissene ehem.Textilfabrik Ernst Michalke vorm. Strumpf- und Handschuhfabrik Joseph Aram Zschopauer Straße 52 Chemnitz 2012 : 無料・フリー素材/写真

Abgerissene ehem.Textilfabrik Ernst Michalke vorm. Strumpf- und Handschuhfabrik Joseph Aram Zschopauer Straße 52 Chemnitz 2012 / Uwe Kaufmann1
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Abgerissene ehem.Textilfabrik Ernst Michalke vorm. Strumpf- und Handschuhfabrik Joseph Aram Zschopauer Straße 52 Chemnitz 2012

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説明Das ist die ehem. Zwirnsfabrik Ernst Michalke an der Zschopauer Straße 52. Erstaunlicherweise kennt man sie, wenn überhaupt, nur unter diesem Namen, obwohl die Michalke Ära mit nicht ganz 10 Jahren eigentlich die kürzeste in der Geschichte des Hauses war. Bereits um 1880 gründete der eigentlich in Brüssel ansässige jüdische Kaufmann und Unternehmer Joseph Aram ein Strumpfgeschäft an der Zschopauer Straße 62 (lt. FP), doch schon wenige Jahre später bezieht er die Räume in der 52, in deren Hinterhof bald die erste Fabrik entstand (spätestens 1898), wo Strümpfe und auch Handschuhe auf dem Produktionsprogramm standen. Noch war es in Chemnitz nicht die Regel, daß jüdische Kaufleute eigene Fabriken hatten, der erste war er damit aber auch bei weitem nicht. Das oben zu sehende Fabrikgebäude, das schon in Stahlträger-Gewölbe-Bauweise ausgeführt ist, erwies sich doch als recht stabil, die seitlichen Anbauten kamen vermutlich erst Anfang der 20-er Jahre hinzu. Der Geschäftsgang lief offensichtlich glänzend, obwohl Aram alle Chefsachen von seinem Beauftragten und Prokuristen Isaac Loeb erledigen ließ - selber wohl nie in Chemnitz wohnte. Nach seinem Tod übernimmt Loeb die Firma und fungiert schließlich auch als Eigentümer, ohne den Name der Firma abzuändern. Besonders erfolgreich und bekannt wurde die Marke „Fantasie-Socken“. Doch ab dem 1937-er Adreßbuch ist plötzlich der aus dem bayrischen stammende Ernst Michalke als Fabrikbesitzer vermerkt, der bis dahin in der Lange Str. 18 und 20 (heute nicht mehr existent – war etwa zwischen alter Hauptpost und Falkeplatz) eine kleine Hinterhof-Fabrikation mit Geschäftslokal hatte. Der Eigentümerwechsel war offensichtlich nicht durch normalen Verkauf, sondern durch Arisierung zustande gekommen. Loeb war zu dieser Zeit ebenfalls nicht mehr am Leben und hatte seiner Frau die Fabrik sowie drei Töchter hinterlassen, jedoch keinen Sohn. Georg Rosenthal, der damals einzige Schwiegersohn der Loebs, darf nach der Übernahme des Unternehmens durch Michalke das Geschäftslokal an der Zschopauer Straße noch ca. ein Jahr weiter betreiben, aber offensichtlich nur, um alte Verträge abzuwickeln bzw. abzulösen und die Firma schuldenfrei zu machen. Nach dem Krieg versuchte man zunächst, die alte Produktion wiederzubeleben, doch das hatte man bald aufgegeben. Zum einen sollten ja die vielen einzelnen textilproduzierenden Fabriken zusammengeschlossen werden, zum anderen hätte es dort auf Grund der engen Umgebungsbebauung keine Erweiterungsmöglichkeit gegeben, außerdem war man dort nicht nah genug am Wasser gebaut und hatte auch keinen Gleisanschluß – sicher alles keine unüberwindbaren Dinge, aber es gab noch etwas, was sich als Hemmschuh erweisen sollte, die sogenannten „schwierigen Eigentumsverhältnisse“ . Auf Grund eines kriegsbedingten Dachschadens zieht der Michalke-Vorstand zunächst in ein Notquartier um, keine Seltenheit damals. Doch das Behelfsdomizil ist ungewöhnlich weit weg (in Schellenberg, dort hatte Michalke neben der Chemnitzer Filial-Fabrik noch ein weiteres Tochter-Werk, dort firmiert man allerdings unter Gebr. Michalke) und bleibt auch ungewöhnlich lange dort (bis mindestens 1947)www.schellenberg-dorf.de/bilder/truebenbach/truebenbach00... und es ist anzunehmen, daß man gar nicht erst wieder nach Chemnitz zurückkehrte (im obigen Haus waren lt. FP inzwischen Trikotagen-Heil und die Anton Schwab-Appretur) und sich wohl mit Entstehen der beiden deutschen Staaten zu „Muttern“ nach Langweid am Lech nahe Augsburg zurück zog. Man ging sicherlich davon aus, diesen durch Arisierung einverleibten Besitz sowieso nicht behalten zu können. Der Chemnitzer Betrieb wurde zunächst von der VEB Nominierung ausgenommen, was kein Glücksfall für die alten Gebäude war. Die begrenzten Ressourcen und knappen finanziellen Mittel fließen ganz bevorzugt in die inzwischen favorisierten großen VEB´s. Der Strumpf- und Trikotagenversand kommt in den 70-er Jahren schließlich doch noch zu VEB-Ehren, jedoch ohne Bewilligung der erhofften Mittel. Abgesehen von der provisorischen Dachreparatur nach dem Krieg hat das Gebäude seitdem nicht eine ernsthafte Sanierungs- oder Instandhaltungsmaßnahme gesehen, heißt es. Der Grund hierfür liegt wohl in den bereits angedeuteten „schwierigen Eigentumsverhältnissen“, welche die Nachkriegsgeschichte des Hauses begleiten. Die Aneignung jüdischer Besitztümer durch Arisierung wurde ja nach dem Krieg für rechtswidrig erklärt, doch wie damit dann weiter zu verfahren war, das unterschied sich in der Rechtslage der verschiedenen Besatzungszonen z.T. recht erheblich. Erschwerend kam hinzu, daß hier nicht nur ein rein innerdeutsches juristisches "Zonen"- Problem vorlag, sondern auch noch die Rechtsprechung von Joseph Arams Heimatland Belgien mit hineinspielte, die Klärung der Sachlage damit viele Jahre offen blieb. Dies erklärt die mangelnde Investitions- und Sanierungsbereitschaft ebenso wie die Tatsache, daß die ehemaligen Produktionshallen nunmehr lediglich noch für Lagerung und Versand genutzt wurden, so daß man sich im Fall der Fälle jederzeit schnell und ohne größere Kosten daraus hätte zurückziehen können. Nun ist die diffizile Eigentumsfrage endlich gelöst , . . . , doch auch das war, wie man gesehen hat, alles andere als die Rettung für das dringend sanierungsbedürftige alte Industriebauwerk . . . *Hier sind noch weitere Außen- und Innenansichten zu sehen:www.flickr.com/photos/41569813@N03/sets/72157630158144512...und hier noch ein kurzer DDR-Rückblick:www.flickr.com/photos/41569813@N03/7466008790/in/photostream
撮影日2012-06-17 03:34:33
撮影者Uwe Kaufmann1
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撮影地Chemnitz, Sachsen, Deutschland 地図


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